Der Verlorene Koffer
Letzten Monat bin ich nach Barcelona geflogen, um an einer Arbeitskonferenz teilzunehmen. Es war das erste Mal, dass ich Spanien besuchte, und ich war sehr aufgeregt. Am Abend vorher habe ich meinen Koffer sorgfältig gepackt: zwei Anzüge, mehrere Hemden, meinen Laptop und einige wichtige Dokumente für meine Präsentationen. Der Flug war sehr früh am Morgen, also bin ich um fünf Uhr aufgestanden. Ich habe nicht gefrühstückt, weil ich keinen Hunger hatte. Ich habe ein Taxi zum Flughafen genommen und ohne Probleme eingecheckt. Der Flug dauerte zwei Stunden und ich habe fast die ganze Zeit geschlafen. Als ich in Barcelona ankam, bin ich zum Gepäckband gegangen und habe gewartet. Ich habe die Koffer auf dem Band beobachtet. Die Leute haben ihre Gepäckstücke eines nach dem anderen abgeholt. Nach dreißig Minuten hielt das Band an. Alle hatten ihr Gepäck — außer mir. Mein Koffer war nicht da. Ich bin zum Schalter der Fluggesellschaft gegangen und habe einer Mitarbeiterin namens Rosa die Situation erklärt. Sie bat mich, meinen Koffer zu beschreiben. Ich sagte ihr, er sei schwarz mit einem roten Band am Griff. Sie sah in ihrem Computer nach und sagte mir, dass mein Koffer versehentlich nach Madrid geschickt worden war. Sie entschuldigte sich und versicherte mir, dass er am nächsten Morgen ankommen würde. Das Problem war, dass meine Konferenz an diesem Nachmittag begann. Ich hatte keine sauberen Kleider und auch keine Dokumente. Rosa gab mir ein kleines Reiseset und eine Referenznummer. Sie erklärte mir, dass ich notwendige Dinge kaufen und die Kosten später zurückfordern könnte. Ich bin in ein Geschäft in der Nähe des Hotels gegangen und habe ein Hemd, Unterwäsche und eine Hose gekauft. Der Verkäufer hat mir geholfen, alles schnell zu finden. Ich habe meine Präsentation auch im Businesscenter des Hotels ausgedruckt. Trotz allem ist die Konferenz gut gelaufen. Ich habe interessante Menschen kennengelernt und meinen Vortrag erfolgreich gehalten. Am nächsten Morgen, wie Rosa versprochen hatte, kam mein Koffer im Hotel an. Der Lieferbote entschuldigte sich erneut und gab mir einen Gutschein für einen zukünftigen Flug. Rückblickend war es nicht die Katastrophe, die ich befürchtet hatte. Ich habe gelernt, dass man die meisten Probleme lösen kann, wenn man ruhig bleibt und um Hilfe bittet.